Mayrhofen Magazin

Klettersteiggehen: Tipps zu Planung & Ausrüstung

Klettersteig-Ausruestung

Wer auf ein paar Punkte achtet, findet am Klettersteig eine Möglichkeit zur alpinen Erfüllung. Was genau bei der Planung berücksichtigt werden sollte und was auf der Ausrüstungs-Liste landet, hängt vor allem von drei Faktoren ab. Die Tipps von Alfons Hörhager vom Salewa Store Mayrhofen, der auch das Projekt Schlegeis131 umgesetzt hat.

#1 Wetter

Das Angebot des Alpenvereins bietet online mehrere Optionen zur Planung, ebenso wie das Bergwetter der ZAMG. Die Großwetterlage ist eine Sache, die andere ist die Beurteilung vor Ort. Kündigt sich beim Einstieg ein Gewitter an, ist auch bei geöffnetem Klettersteig von einer Tour abzuraten. Das gilt besonders bei exponierten Stellen wie der Schlegeis-Staumauer, die als natürlicher Blitzableiter fungieren kann. Bei längeren Klettersteigen sollte vor allem die Kurzzeit-Prognose im Auge behalten werden. Wenn das Wetter während der Tour umschwingt, bringt das Gefahren mit sich. Einer der häufigsten Gründe für den Einsatz der Bergrettung! Das passende Gewand für den Wetterumschwung sollte immer im Rucksack griffbereit sein.
Der Fachhandel vor Ort und die lokalen Alpinisten sind außerdem eine gute Anlaufstelle für weitere Tipps und Informationen. Die endgültige Entscheidung und auch die Verantwortung liegen beim Sportler – und da kommt auch Faktor #2 ins Spiel.

#2 Selbsteinschätzung

Klettersteig am Schlegeis Staudamm.

Der Schlegeis131 ist was die Schwierigkeit betrifft für fast Jedermann zu schaffen.

Einer der wichtigsten Faktoren beim Klettersteiggehen ist die Selbsteinschätzung. Die Wahl der Schwierigkeitsgrade sollte dem Können angepasst und im Zweifel etwas niedriger angesetzt werden (etwa A oder B mit Teilen aus C). Ein „Zurückstecken“ bedeutet keinen Rückschritt, sondern cleveres Vorgehen: Wer in leichteren Bereichen beginnt, bereitet sich auf schwierigere Einsätze vor und gewinnt Sicherheit.
Die Bergungseinsätze sind in der überwiegenden Mehrheit auf Überschätzung der eigenen Fähigkeiten zurückzuführen. Das betrifft die körperliche Kondition, aber auch die psychische Verfassung. Oft werden Leute geborgen, die in der Mitte des Klettersteigs festsitzen und nicht mehr weiter wissen. In vielen Fällen kommt dann der Hubschrauber zum Einsatz – und das ist mit hohen Kosten verbunden.
Kein Szenario für die Schlegeis Staumauer, da hier auch in wenigen Momenten abgeseilt werden kann, aber dennoch ein wichtiger Punkt. Wer sich in der Planungsphase unsicher ist, nimmt sich am besten einen Führer.

#3 Ausrüstung

Der Helm

Egal welche Art von Klettersteig: Selbst beim Schlegeis 131 an der Staumauer in Mayrhofen ist der Helm das Um und Auf der Sicherheitsausrüstung. Weil, wenn kein Steinschlag droht, dann fallen Handys oder andere Dinge. Das passiert leider immer wieder. Vor allem beim Klettersteig gibt es viele günstige und leichte Helm-Modelle mit guter Ventilation.

Die Schuhe

Was die Schuhe betrifft, hat am Klettersteig jeder seine Vorlieben. Die Härte (Flex) spielt ebenso eine Rolle wie die Form und die Sohle. Neben dem Grip ist das Feeling im Schuh ausschlaggebend. Beliebt sind vor allem stabile Halbschuhe mit einer Haftsohle (z.B. Vibram).

Der Gurt

Spezialhersteller wie Salewa bieten Gurte für den Klettersteig, die im Vergleich zu anderen unnötiges Gewicht einsparen, in dem sie Polsterung und Materialschlaufen weglassen. Ein leichter Gurt ohne „Schnick-Schnack“ macht beim Klettersteiggehen mehr Spaß – bei kompletter Sicherheit.

Das Set

Bei den Klettersteigsets existieren zwei Systeme, die sich vor allem bei Komfort und in der Preiskategorie unterscheiden. Das klassische Set – wie etwa das Salewa Ergo Tex – verwendet die üblichen Schlaufen. Wer weniger Material vor sich hertragen will, greift zum Ergo Zip. Komplett sicher sind beide Varianten.

Der Karabiner

Am meisten auffallen wird der Karabiner am Klettersteig. Das kleinste Teil der Ausrüstung hat den größten Einfluss am Weg nach oben. Das merkt man allerdings erst, wenn man einen Karabiner wie den Ergotec im Einsatz hat. Die große Öffnung und die einfache Bedienung bei unterschiedlichen Griffpositionen machen einen großen Unterschied im Aufstieg.

Die Bandschlinge

Ebenfalls wichtig: eine Rastschlaufe oder Bandschlinge mit Karabiner. Denn damit ermöglicht man sich die Option zu einer Pause, in der Kräfte gesammelt werden oder auf andere gewartet werden kann.

Der Rest

Getränke, Verbandszeug, Wechselkleidung, Rucksack – das war‘s. Viel mehr ist für das Abenteuer Klettersteig nicht nötig. Umgekehrt ist viel weniger nicht sinnvoll: Die paar Gramm an Extra-Gewicht sind nicht nur im Falle eines Unglücks wichtiger Bestandteil der Ausrüstung.

Für noch mehr Klettersteige, Routen und Wandertipps in Mayrhofen: www.mayrhofen.at/home

Die Routen-Tipps der Klettersteige in der Region: www.salewa-mayrhofen.at

 

Summary
Article Name
Tipps für den nächsten Ausflug zum Klettersteig
Description
Alfons Hörhager vom Salewa Store in Mayrhofen verrät drei wichtige Tipps zum Klettersteiggehen.
Elisabeth Kröll
Gast Autor: Elisabeth Kröll
Biographie: Als eine waschechte Mayrhofnerin kann ich mich ruhigen Gewissens bezeichnen, denn ich bin in Mayrhofen im Zillertal geboren und aufgewachsen und bin meiner Heimat bis auf ein paar Ausnahmen immer treu geblieben. Es zieht mich eben immer an die schönsten Plätze dieser Welt und da ist Mayrhofen auf Platz 1. Durch meine Leidenschaft, den Umgang mit Menschen aus allen Himmelsrichtungen dieser Erde, meine EN Weltoffenheit und meine fröhliche Art war es die natürlichste Sache der Welt, dass ich mein berufliches Leben dem Tourismus widme. In meiner bescheidenen Freizeit liebe ich es, inmitten der Zillertaler Bergwelt durch die Gegend zu kraxeln, im Winter erobere ich freilich die traumhaften Pisten bei uns und genieße die Kultur in jeglicher Hinsicht im Zillertal. Ich hoffe, dass euch meine Storys gefallen, eure Neugier auf die Region Mayrhofen-Hippach wächst und ihr fleißig meine Blogbeiträge liked, teilt und kommentiert! Eure Elisabeth
Land: Österreich
Was mag ich: meine Heimat, Musik, Bergsteigen, Klettern, Kunst, Skifahren, Reisen,...

Kommentare

Kommentare

Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pflichtfelder *