Mayrhofen Magazin

Wildtierfütterung im Zillertal

Zillertaler Wildtierfütterung Bild: Martin Frontull

Wenn im Zillertal der Schnee ins Land gezogen ist und die Wildtiere wenig oder keine Nahrung finden können, müssen die heimischen  Jäger nachhelfen.
In dieser sogenannten Notzeit sorgen sie für die Äsung (Nahrung) des Wildes und füllen die Futterkästen unserer Wildtiere auf. Der Grund für die Winterfütterung ist,einen gesunden und angepassten Wildbestand zu erhalten.

Mit Sepp zur Wildtierfütterung Bild: Martin Frontull

Mit Sepp auf dem Weg in sein Jagdrevier
Bild: Martin Frontull

Mit dem heimischen Jäger unterwegs zur Wildfütterung im Zillertal

Es ist 7.00 Uhr vormittags und ich mache mich langsam mit Sepp auf den Weg in sein Jagdrevier zur Wildtierfütterung.

Es hat über Nacht geschneit und den einzigen Laut den man hört ist das dumpfe Geräusch unserer Schritte durch den tiefen, frisch gefallenen Schnee.
Tief in den Weg hängen die schneebeladenen Äste der Bäume, und wo im Sommer die grünen Wiesen ein reiches Nahrungsangebot für alle Wildtiere bieten, blinzelt jetzt kein Grashalm mehr durch die dicke Schneedecke. Hier oben am Berg, abseits vom Rummel und weit weg von den Pisten, ist das Reich der Hirsche und Rehe.

Nach den ersten Schneefällen im Spätherbst macht sich Sepp tagtäglich auf den Weg zu den Futterstellen hoch oben in seinem Revier.
Noch kann er einen Teil der Strecke mit dem Auto zurücklegen, doch bald, wenn der Schnee ein Befahren des Weges nicht mehr zulässt, wird er sich jeden Tag zu Fuß zu diesen abgelegenen
Futterstellen vorkämpfen müssen. „ Es ist zwar mühsam, aber für meine Kondition ist es sicherlich kein Fehler“, lacht er.

Rehe – die „Gourmets“ unter den Wildtieren

Nach circa einer Stunde Fußmarsch, nähern wir uns langsam der ersten Futterstelle. Die vielen Fußabdrücke (Fährten) lassen mich erkennen, wie viel Bewegung hier rund um die eingezäunte Rehfütterung herrschen muss.
Damit der Nahrungsaufnahme Rhythmus von den Tieren nicht unterbrochen wird, gibt es für die scheuen Bewohner des Waldes jeden zweiten Tag Futternachschub.
Die Futterkrippen sind eingezäunt und nur die Rehe schlüpfen ungehindert durch den Zaun
um das für sie abgestimmte Futter aufnehmen zu können. Sie benötigen energiereiche und leicht verdauliche Nahrung. Während wir kräuterreiches Bergbauernheu in die Krippen laden, und die Futterautomaten mit Apfeltrester (Pressrückstände bei der Herstellung von Apfelsaft) und Kraftfutter füllen, erzählt mir Sepp , dass Rehe „Feinschmecker“ und wie auch die Hirsche Wiederkäuer sind.
Während wir uns auf den Weg zur Hirschfütterung machen, sehe ich wie bereits die ersten Rehe aus ihren Einständen schlüpfen.

Der Hirsch – Der stolze König des Waldes

Der stolze König des Waldes Bild: Martin Frontull

Der Hirsch – Der stolze König des Waldes
Bild: Martin Frontull

Als wir endlich an einer Lichtung angekommen sind, sehe ich bereits die großzügig auf dem Areal verteilten Futterplätze. Wir haben es geschafft und wir sind bei der Rotwildfütterung angekommen. Sepp erklärt, dass es sehr wichtig ist, dass man den Ort bzw. die Lage der Fütterung mit Bedacht auswählt.
Denn der nahe Wald bietet für die Tiere Einstand und die Futterstelle ist abgelegen genug, um nicht von Spaziergängern gestört zu werden.
Damit aber alle Tiere des Rudels gleichzeitig Futter aufnehmen können, müssen an den Futterplätzen genügend Tröge (großer offener länglicher Behälter) und Futterraufen (Gestell für Heu, Stroh oder Gras) vorhanden sein.
Wäre das nicht der Fall, ist ein Wildschaden durch das Schälen der Bäume während des Wartens vorprogrammiert.

Die Wildtierfütterung

Bei den Hirschen besteht die Nahrung aus Rau- & Saftfutter Bild: Martin Frontull

Ergänzungsfutter für Rot- & Rehwild
Bild: Martin Frontull

Während Sepp das Futter für die Tiere Vorbereitet, bittet er mich, dass ich die Tröge von den Futterresten und vom Schnee befreien soll. Denn neben der regelmäßigen Fütterung, steht die Sauber- und Reinlichkeit ebenso an oberster Stelle.
Ebenso erzählt mir Sepp, dass das Rothwild größere Mengen an Futter benötigt und dass sie auch keine Feinschmecker wie die Rehe sind.
Bei den Hirschen besteht die Nahrung aus Rau- und Saftfutter.
Sepp gibt eine Mischung aus Karotten-Trester, und Mais-Silage (durch Milchsäuregärung konserviertes Futtermittel) in die jeweiligen Tröge und ich befülle noch zu allerletzt die Raufen mit groben Heu. Nun sind wir fertig und die Fütterung ist für heute wieder geschafft.

Nach getaner Arbeit lassen wir den Tag bei einer heißen Tasse Tee nochmal Revue passieren und begeben uns anschließend wieder langsam zurück ins Tal.

Solltet ihr auch vielleicht die Gelegenheit haben bei einer Tierfütterung mitgehen zu dürfen,
dann überlegt nicht lange und macht es. Denn für mich persönlich war es auf jeden Fall ein einmaliges und einzigartiges Erlebnis, das ich nie wieder missen möchte.

Summary
Article Name
Wildtierfütterung im Zillertal
Description
Wenn im Zillertal der Schnee ins Land gezogen ist und die Wildtiere wenig oder keine Nahrung finden können, müssen die heimischen Jäger nachhelfen. In dieser sogenannten Notzeit sorgen sie für die Äsung (Nahrung) des Wildes und füllen die Futterkästen unserer Wildtiere auf. Der Grund für die Winterfütterung ist,einen gesunden und angepassten Wildbestand zu erhalten.
Author

Kommentare

Kommentare

Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pflichtfelder *