Mayrhofen Magazin

Gesundheit aus der Natur – Heilkräuter im Zillertal

Ingrid meine Schwägerin, Bild: Birgit Fischer

Als ich Ingrid, meine Schwägerin und Sachkundige über alles, was Pflanzen betrifft bei ihr Zuhause im Garten treffe, erzählt sie mir von Ihrer Leidenschaft von heilenden Kräutern und Gräsern, die bei uns in Mayrhofen im Zillertal und deren Wirkung zu finden sind.

Ingrid, wie hast du deine Leidenschaft zu den Heilkräutern entdeckt? Und wo hast du deine Ausbildung zur FNL (Freunde naturgemäßer Lebensweise) Kräuterexpertin gemacht?

Ingrid Pfeiffer, Bild: Birgit Fischer

Kräuterexpertin – Ingrid Pfeiffer, Bild: Birgit Fischer

Ich war schon immer fasziniert von den vielen Geheimnissen unserer Natur und fand es immer schade, dass ich nicht genau wusste, was bei mir vor der Haustür wächst.

Bei meiner Ausbildung in der Kräuter-Akademie „Ignaz Schlifni“ erfuhr ich sehr viel Wissenswertes über die Heilwirkung der verschiedenen Kräuter und deren Wirkungen. Ich lernte auch dabei, was ich alles aus natürlichen Pflanzen herstellen kann und tauchte somit in die faszinierende Welt der Naturheilkunde ein. Meine Liebe zu den Heilkräften war entfacht.

Sprichwörtlich heißt es doch: „Für jedes Wehwechen ist ein Kraut gewachsen“.
Worauf ist das zurückzuführen?

Das ist auf unsere Vorfahren zurückzuführen. Denn lange Zeit waren die wilden Kräuter, Heilpflanzen und Heilkräuter das Einzige, das der Mensch bei Wunden, Verletzungen und gegen Krankheiten einsetzen konnte. Gerade in unserer Generation ist leider viel altes Wissen verlorengegangen.

Welche heilenden Garten- und Wiesenkräuter gibt es bei uns? Und wie wirken sie sich diese Heilkräuter auf unsere Gesundheit aus?

Da es unwahrscheinlich viele verschiedene Kräuter & Pflanzen gibt, möchte ich dir gerne einen kleinen Auszug derer, die jetzt bei mir im Garten bzw. derer die auf den umliegenden Wiesen zu finden sind, vorstellen.

Die Hauswurz ist eine streng geschützte Pflanze und außerhalb von unseren Gärten kaum zu finden. Ihre Eigenschaft ist entzündungshemmend, hautfreundlich, wund- und fiebersenkend.

Das Seifenkraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seifenkräuter und gehört zur Familie der Nelkengewächse. Das Seifenkraut ist schleimlösend sowie auch schweiß- und harntreibend.

Der Frauenmantel diesen deutschen Namen hat die Pflanze erhalten, da ihre Blätterform dem Mantel der Jungfrau Maria angeblich sehr ähnelt. Ihre Eigenschaft ist harntreibend, wundheilend, blutreinigend, entzündungshemmend und menstruationsregelnd.

Die Gundelrebe ist eine alte germanische Zauberpflanze. Sie wirkt schleim- und steinlösend sowie magen- und lungenwirksam.

Der stinkende Storchschnabel wird auch Ruprechts- oder Robertskraut genannt. Als Heilpflanze hilft der Storchenschnabel bei Problemen mit der Haut sowie bei Schwierigkeiten mit dem Verdauungssystem. Zudem hilft die Pflanze als Tee bei Magengeschwüren, Durchfall und Hautleiden.

Der Waldmeister wird auch wohlriechendes Labkraut genannt. Die Eigenschaft des Waldmeisters ist beruhigend, schlaf- und verdauungsfördernd, leberstärkend sowie krampflösend.

Kannst du uns aus der Vielzahl der Heilkräuter und Pflanzen typische Frühjahrsblüher vorstellen?
Und uns dazu vielleicht ein Rezept verraten?

Ja, natürlich sehr gerne. Für mich gibt es zwei typische Frühjahrsblüher: Den Löwenzahn und die Gänseblümchen.

Der Löwenzahn zählt wohl mit zu den häufigsten und bekanntesten Wildkräutern und dürfte auch vielen als Kuh- und Butterblume ein Begriff sein. Durch seine Bitterstoffe ist der Löwenzahn ein anerkanntes Heilkraut und hilft unter anderem gegen Gallen- und Leberbeschwerden.

Das Gänseblümchen findet man praktisch überall. Vor und neben den Feldern, an Wegrändern, in Gärten und sogar auf lehmigen Stellen.  Und daher, glaube ich, dass es niemanden gibt der dieses Blümchen nicht kennt. Die Blüten des Gänseblümchens sind essbar und werden auch bei verschiedenen Wildkräutergerichten verwendet. Das Gänseblümchen wird jedoch auch als Heilpflanze bei Hautproblemen, Gelenkbeschwerden und bei Husten verwendet.

Meine Rezeptempfehlungen:

Der Löwenzahn ist vielen als Kuh- und Butterblume bekannt, Bild: Birgit Fischer

Der Löwenzahn ist einer der bekanntestes Wildkräuter, Bild: Birgit Fischer

Löwenzahnhonig:
3 Handvoll Löwenzahnblüten (nur das Gelbe davon) waschen und in einem Topf mit 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Den Saft von ½ halben Zitrone hinzufügen. Ca. 25 Min. kochen lassen und dann durch ein Sieb abseihen.
Dem Sud 1 kg Zucker hinzufügen und weitere ca. 40 Min. kochen. Den Schaum abschöpfen und immer wieder umrühren. Anschließend etwa 1 Std. auf kleiner Flamme leicht kochen. Zum Schluss eine weitere Stunde auf der Platte ziehen lassen. Je mehr du ihn einkochen lässt, desto
zähflüssiger wird der Honig.
Im letzten Schritt noch den heißen Löwenzahnhonig in gereinigte Schraubgläser füllen. Und das war`s.

 

Das Gänseblümchen wird auch bei verschiedenen Gerichten verwendet, Bild: Birgit Fischer

Das Gänseblümchen wird auch als Heilpflanze verwendet, Bild: Birgit Fischer

Gänseblümchensalat:
2 Handvoll Gänseblümchenblätter, 1 Handvoll Gänseblümchenblüten, 1 Bund Radieschen und Schnittlauch müssen gründlich gewaschen werden.
Aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer und den feingehackten Schnittlauch eine Marinade zubereiten.
Gänseblümchenblätter und die geraspelten oder in Scheiben geschnittenen Radieschen untermengen. Im letzten Schritt mit den Blüten der Gänseblümchen und wenn ihr möchtet, mit hartgekochten und geviertelten Eiern dekorieren.

 

Wie kann man Wildkräuter richtig bestimmen? Hast du vielleicht einen Tipp für uns?

Das Bestimmen ist so eine Sache. Wer sich mit wilden Kräutern nicht auskennt, dem ist höchste Vorsicht geboten. Es gibt auch einige giftige Doppelgänger unter den Kräutern, wie z.B. der Bärlauch. Dieser kann sehr schnell mit dem Maiglöckchen oder dem Herbstzeitlosen verwechselt werden. Daher empfehle ich jedem, sich einen Fachmann zu Rate zu ziehen oder sich zumindest ein gutes Bestimmungsbuch zu besorgen und dieses auch ausführlich vorher zu studieren.

Je mehr man sich damit befasst, umso klarer wird einem welch Wunder die Natur eigentlich für uns bereithält, man muss sie nur zu nützen wissen.

Bis bald,

Eure Birgit

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Gesundheit aus der Natur – Heilkräuter im Zillertal - Mayrhofen
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Die meisten Blumen, Kräuter und Pflanzen verfügen über heilende Kräfte. Es ist auch oft überraschend, welche Wirkung in einem kleinen Blatt, Blüte oder Stiel stecken kann.
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