Mayrhofen Magazin

Der neue kindergerechte Klettersteig mit Hochseilgartenelementen

Kinder lieben den kindergerechten Klettersteig in Mayrhofen

Eröffnet wurde er im Juli, seither sind unzählige Kinder und Familien über den neuen, kindergerechten Klettersteig bis zum Gasthof Zimmereben raufgeklettert und haben Spiel, Spaß, Sport und Spannung miteinander vereint. Mitverantwortlich für die Entwicklung dieses in Tirol einzigartigen Klettersteigs war Johannes Steidl, ein Gymnasiallehrer, der in den Tiroler Bergen seine Heimat hat und mit Vorliebe schroffe Felsen erklimmt.

Im Interview mit Johannes schildert er, seit wann die Zusammenarbeit zwischen ihm und der Ferienegion Mayrhofen-Hippach besteht, wer das Konzept erstellt hat und noch vieles mehr.
Elisabeth Kröll: Was war dein Aufgabenbereich an der Erstellung des ersten kindergerechten Klettersteigs mit Hochseilgartenelementen in Tirol?

Johannes Steidl: Der TVB ist an mich herangetreten, ob ich ein Konzept für einen Kinderklettersteig machen kann. Dann war meine Aufgabe, das Gelände anzuschauen, in welcher Hinsicht dies nutzbar ist und dann ist in weiterer Folge die Möglichkeit aufgetreten, aufgrund des Felsens und der massiven Bäume, dass man es mit Hochseilgartenelemente kombiniert. Meine Aufgabe war, ein Konzept zu schreiben, wie es funktionieren könnte.

Elisabeth: Wann hat der Tourismusverband den Kontakt mit dir gesucht?
Johannes: Letztes Jahr, also im Jahr 2014 im Frühjahr. Ich habe dann in erster Linie mit meinen Schülern gesprochen – ich unterrichte am Gymnasium in Hall in Tirol und in Innsbruck Sport und Geografie – und war mit ihnen gerade im Skilager, ob sie bereits mal Klettersteig gegangen sind und ob sie schon mal einen Hochseilgarten besucht haben und was ihnen dabei extrem gut gefallen hat. Die meisten besuchten bereits mal einen Hochseilgarten, da es doch etwas spektakulär und interessant ist. Einen gesamten Klettersteig durchzugehen hat ihnen nicht so gut gefallen. Auf meine Frage, ob eine Kombination von Klettersteig und Hochseilgarten sinnvoll wäre, waren sie schlichtweg begeistert.

Elisabeth: Hast du das gesamte Konzept erstellt, also inklusive Hochseilgarten?
Johannes: Also, die Routenführung habe ich mit den Bergführern des Zillertals angesehen und dann habe ich Plätze ausgewählt für einzelne Stationen, die mir sinnvoll vorgekommen sind und dann habe ich verschiedene Firmen ausgewählt, habe mit denen nochmals gesprochen, die dann Angebote gelegt haben. Den Zuschlag hat dann Markus Pumpfer als Hochseilgartenbauer erhalten. Er konnte auch noch gute Ideen einbringen. Er ist sehr seriös und hat nicht gesagt, das passt, das können wir machen, sondern er hat sich Gedanken gemacht was man machen kann, hat sich die Plätze angesehen und die Bäume ausgewählt, welche vernünftig sind. In Zusammenarbeit mit ihm haben wir verschiedene Elemente für den Hochseilgarten ausgewählt.

Elisabeth: Für welche Kinder ist der Klettersteig interessant? Für welches Alter ist er geeignet?
Johannes: Es gibt keine Altersbegrenzung, es gibt eine Mindestgröße und das sollte so ca. 1,10 – 1,20 m sein. Ab dieser Größe kann der Kinderklettersteig sicher begangen werden.

Elisabeth: Was hat der kindergerechte Klettersteig, was andere Klettersteige nicht haben?
Johannes: Die Sicherungshöhen sind niedriger, damit sich das Kind eigenständig sichern und umhängen kann, dann sind viel mehr Tritte und Metallstufen eingearbeitet worden, mehr als 200. Somit kann sich jedes Kind sicher fortbewegen, bei den Passagen, wo die Kinder sich umhängen müssen, wurde darauf geachtet, dass sie sicher stehen und nicht rutschen können. Somit ist der kindergerechte Klettersteig sicher begehbar.

Der Aufstieg zum Gasthaus Zimmereben fordert ein wenig Geschicklichkeit

Der Aufstieg zum Gasthaus Zimmereben fordert ein wenig Geschicklichkeit

Elisabeth: Wie viele Meter Seil wurde hier nun verarbeitet?
Johannes: In den Hochseilgartenelementen wurden ca. 400 Meter Stahlseil verarbeitet, für den restlichen Klettersteig wurden nochmals ca. 500 Meter Stahlseil verwendet.

Elisabeth: Wie wählt man das Gelände aus?
Johannes: Als Ziel wurde gesetzt, den kindergerechten Klettersteig zu den drei bestehenden Klettersteigen als viertes Element zu erweitern mit Ziel Zimmereben. Die Kinder sollen nicht überfordert werden. Es muss ein leichteres Gelände gewählt werden oder das Gelände soll so genützt werden, dass der Klettersteig nicht zu schwierig wird. Die maximale Schwierigkeitsstufe ist B (normalerweise geht die Skala bis E). Die Gegebenheiten vor Ort müssen optimal genützt werden. Wir waren in der glücklichen Lage, ein bestens geeignetes Gelände bearbeiten zu dürfen. So waren die Baumgruppen optimal gelegen, damit dort die Hochseilgartenelemente gebaut werden konnten und parallel dazu der Klettersteig gebaut werden konnte.

Elisabeth: Wurden irgendwelche Substanzen verwendet um das Gelände klettersteigtauglich zu machen?
Johannes: Die ursprüngliche Routenführung wurde etwas abgeändert um so wenig als möglich Eingriff in die intakte Natur zu machen. Die Baumgruppen für die Hochseilgartenelemente sind fix gestanden, die Felsen für die Umgehung der Hochseilgartenelemente hat man sich anschließend dazu ausgesucht. Eine etwas brüchige Felswand wurde umgangen und eine Leiter dient nun zum Hochsteigen dieser Wand. Das ist sicherlich etwas aufwändiger, aber eine sichere und nachhaltige Lösung. Wir haben große Rücksicht auf die Natur gehalten, der Efeu über den Steinplatten wurde belassen, da dies auch zum Erlebnis dazu gehört. Ebenfalls die Himbeer- und Brombeerstauden. Wo hat man denn heutzutage noch dieses Erlebnis, Waldhimbeeren naschen zu können!

Das Highlight des Klettersteigs - der Flying Fox

Das Highlight des Klettersteigs – der Flying Fox

Elisabeth: Gibt es aus pädagogischer Sicht Vorteile durch unseren kindergerechten Klettersteig mit Hochseilgartenelementen?
Johannes: Mit der Steigerung von den ganz leichten Passagen bis zu den etwas schwereren Passagen können sich die Kinder selber einschätzen lernen. Sollten sie sich nicht darüber aussehen, dann können sie immer eine leichtere Route über den Kinderklettersteig wählen. Bei den Hochseilgartenelementen steht nicht die Kraft im Vordergrund, sondern Geschicklichkeit und Mut und da ist wichtig, dass die Kinder lernen, sich richtig einzuschätzen. Es ist ein Erlebnis in der Familie, es stärkt das Familienbewußtsein. Vielseitiges Bewegungsangebot mit Steigen, Greifen, durch Rohre durchkriechen, es werden viele Elemente aufgegriffen und die Natur wird als Partner, die Kinder erleben diese so richtig intensiv. Kinder berühren die Natur, spüren, wie sich ein Baum anfühlt, das ist was sehr schönes! Aber der Kinderklettersteig ist noch ausbaufähig und es werden noch verschiedene Elemente gemacht, das Angebot wird vielfältiger. Es soll aber nicht Disneyland werden.

Elisabeth: Der Klettersteig ist ja noch leider namenlos. Was wird nun gemacht, damit der Klettersteig einen würdigen Namen erhält?
Johannes: Es wurde ein Gewinnspiel ausgeschrieben, dass die Kinder selber sich Gedanken machen sollen, wie das Maskottchen heißen soll und wie der gesamte Klettersteig genannt werden soll. Zu gewinnen gibt’s natürlich auch was!

Elisabeth: Du bist Sportlehrer. Kannst du dir vorstellen, auch mal mit deinen Schülern einen Outdoor-Eventtag an unserem Klettersteig zu verbringen?
Johannes: Ja, und ich habe es ihnen ja auch schon versprochen! Es ist ein gutes Angebot, in Begleitung mit einem Bergführer den Sportunterricht auf den Klettersteig zu verlegen. Dies ist auch für Schulen aus ganz Tirol interessant, denn der Kinderklettersteig liegt nur 5 Gehminuten vom Bahnhof Mayrhofen entfernt.

Johannes Steidl aus Tirol

Johannes Steidl aus Hall in Tirol

Elisabeth: Was gefällt dir an diesem Klettersteig am besten?
Johannes: Der Platz ist traumhaft, vor allem, wenn man zwischen der zweiten und dritten Station auf der Plattform steht und den herrlichen Blick auf Mayrhofen genießen kann. Vom Bahnhof Mayrhofen ist man in 5 Minuten am Einstieg, der Ausstieg ist ein paar Meter vom Gasthof Zimmereben entfernt und man ist relativ schnell wieder im Tal zurück. Speziell als Sportlehrer ist man sehr viel in Sporthallen, ich probiere aber, relativ viel Sportunterricht ins Freie zu verlegen.

Elisabeth: Welches Highlight hast du beim Bau des Klettersteigs erlebt, das dir in Erinnerung bleiben wird?
Johannes: Die Zusammenarbeit mit den Hochseilgartenbauern, Bergrettern und den Bergführern war vorbildlich, es klappte alles so reibungslos, das war genial.

Danke lieber Johannes für das Interview!

Summary
Photo ofJohannes Steidl
Name
Johannes Steidl
Job Title
Teacher
Company
Gymnasium Hall in Tirol
Hall in Tirol, Tirol,
Elisabeth Kröll
Gast Autor: Elisabeth Kröll
Biographie: Als eine waschechte Mayrhofnerin kann ich mich ruhigen Gewissens bezeichnen, denn ich bin in Mayrhofen im Zillertal geboren und aufgewachsen und bin meiner Heimat bis auf ein paar Ausnahmen immer treu geblieben. Es zieht mich eben immer an die schönsten Plätze dieser Welt und da ist Mayrhofen auf Platz 1. Durch meine Leidenschaft, den Umgang mit Menschen aus allen Himmelsrichtungen dieser Erde, meine EN Weltoffenheit und meine fröhliche Art war es die natürlichste Sache der Welt, dass ich mein berufliches Leben dem Tourismus widme. In meiner bescheidenen Freizeit liebe ich es, inmitten der Zillertaler Bergwelt durch die Gegend zu kraxeln, im Winter erobere ich freilich die traumhaften Pisten bei uns und genieße die Kultur in jeglicher Hinsicht im Zillertal. Ich hoffe, dass euch meine Storys gefallen, eure Neugier auf die Region Mayrhofen-Hippach wächst und ihr fleißig meine Blogbeiträge liked, teilt und kommentiert! Eure Elisabeth
Land: Österreich
Was mag ich: meine Heimat, Musik, Bergsteigen, Klettern, Kunst, Skifahren, Reisen,...

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