Mayrhofen Magazin

Zillertaler Dialekt für Anfänger

Zillertaler Tracht und Zillertaler Dialekt

Das Zillertal ist nicht nur bekannt für die Musik, sondern auch geliebt wegen seines Dialektes. Speziell unsere deutschsprachigen Gäste finden die Mundart lustig und lauschen gerne dem charmanten Zillertaler Dialekt. Verstehen tuen es nur wenige, was es umso spannender macht. Da auch ich selbst manche Ausdrücke nicht mehr kenne und auch nicht verwende, habe ich mich auf die Suche nach ein paar Formulierungen gemacht. Die Highlights daraus habe ich zusammen gefasst. Testet euch selbst. Mal sehen, wie viel ihr von unserem Dialekt versteht. Und damit es umso lustiger wird, einfach laut vorlesen.

Das wichtigste von A-Z

aufgeig’n – Geige spielen
außaklaum – herausnehmen
auss(a)rgab – Retourgeld
aussn balantang -hinauswerfen
Boarischa – Tanz, Musikrythmus
botschad – tollpatschig
Botsch’n – Schuhe; kaputter Reifen
bschtell’n – bestellen
Degl – Topf, Gefäß
derrisch – taub, schwerhörig
diacht’n – dürsten, Durst haben
Diare – Tür
Dirndl – Mädchen
Drenza – Kinderlatz
drettl’n – auf der Stelle gehen
Drial – (Unter-)Lippe
drupfezn – tröpfeln
Ducht – Durst
Dutnkraxn – BH
eggschtrig – extra; getrennt
faesln – ganz dünn schneien
feacht – letztes Jahr
fesch – hübsch
Ficht’nmöped – Motorsäge
Fidel – Geige
Fratz’n – freches Kind
friaga – früher
Foarmass – Frühstück
Füchtach – Schürze
Goasara – genagelter Schuh
Grias di/enk – Grüß dich/euch
g’schnochtz – abends
g’scheftlach – geschäftlich
gschnalle – Umstand, etwas umständlich erledigen
G’sellin – Freundin, Lebensgefährtin
gwarig – wachsam
Ha? – Wie bitte?
hale – rutschig
Hegl – Freunde
Hentling – Handschuh
Hiele – Bettdecke
Hontach – Handtuch
Huagacht – Unterhaltung, Treffen
hundacht – Hundert
innen – drinnen
Janka – Jacke
kaf’n – kaufen
Keachbam – Kirschbaum
Kearfass’/Kearschauf’l – Kehrschaufel
Kelle – Schöpflöffel
Klamme – Felsenkluft
klaub’n – Pflücken, sammeln
Klötte hengen – Vollrausch
Knafl – Knopf
kreutang – wühlen, verwüsten
koscht’n – probieren, kosten
Kumm’r – Zimmer, Schlafzimmer
Labe – Toilette
Loppe – unfähiger Mensch
Leff’l – Löffel
leze beinand(a) – es geht mir nicht gut
Lot’a – Freund, Lebensgefährte
Loite – Leute
Mame – Mama
Manda – Männer
Mankal – Murmeltier
melch’n – melken
modang – Heuernte
na – nein
nachtig – übernächtigt
nindacht – nirgends
nochtal – Abendessen
nochtrocht’n – nachdenken
Oachkatz’l – Eichhörnchen
ochnkügl’n – hinunterfallen
Pfoat – Hemd
Rach – Rauch
ranggl’n – rangeln, ringen, kämpfen
Ranz’n – breiter Gürtel
rauschig  -betrunken sein
Reme – Heulager
Ruache – ungezogener Mensch
sauff’n – trinken
Scheibtruache – Schubkarre
Scheißhäusl – Toilette
Scheißschicht – Schichtwechsel
Sektnschlegl – grantiger Mensch
spineisln – spähen
Sure – Jauche
treschtang – tanzen, beim Tanz im Takt stampfen
Wiacht – Wirt
woll woll – ja, doch
zeabagscht – am obersten Punkt
Zoig – Sachen, Dinge
Zuaspeis(’n) – Beilage
Zunta Staud’n – Alpenrosen
Zwoabettkummr – Zweibettzimmer

 

Meine Top 3 Sätze auf Zillertalerisch

Nacht’n g‘schnochtz bin i mit an Kiabl voll Sautall a da Hoachndille iban Drischhibl gstoflt.
Gestern Abend bin ich mit dem Biomüll Kübel am Dachboden über die Türschwelle gestolpert.

Mit die Doggl’n is auf’n Sölda hale.
Mit den Hausschuhen ist es auf dem Balkon rutschig.

Zeabagscht oben an Fok’nstoll isch a Weggslnescht.
Ganz oben im Schweinestall ist ein Wespennest.

Mehr Zillertaler Dialekt

Schon viel gelernt und Lust auf mehr? Diese und noch viele weitere Ausdrücke findest du auch online auf www.zillertaler-woerterbuch.com. Auch ich habe wieder ein paar Ausdrücke dazugelernt. Viel Spaß beim Lernen und wer weiß, vielleicht könnt ihr ein paar Floskeln schon bei eurem nächsten Aufenthalt im Zillertal benutzen.

 

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Article Name
Zillertaler Dialekt für Anfänger
Description
Das Zillertal ist nicht nur bekannt für die Musik, sondern auch geliebt wegen seines Dialektes. Speziell unsere deutschsprachigen Gäste finden die Mundart lustig und lauschen gerne dem charmanten Zillertaler Dialekt. Verstehen tuen es nur wenige, was es umso spannender macht. Da auch ich selbst manche Ausdrücke nicht mehr kenne und auch nicht verwende, habe ich mich auf die Suche nach ein paar Formulierungen gemacht. Die Highlights daraus habe ich zusammen gefasst. Testet euch selbst. Mal sehen, wie viel ihr von unserem Dialekt versteht. Und damit es umso lustiger wird, einfach laut vorlesen.
Author
Marion Pepeunig
Gast Autor: Marion Pepeunig
Biographie: DIE WAHRE LEBENSKUNST BESTEHT DARIN, IM ALLTÄGLICHEN DAS WUNDERBARE ZU SEHEN. (Pearl S. Buck) Als gebürtige Zillertalerin liebe ich dieses wundervolle Fleckchen Erde. Die beeindruckenden Berge und vielfältigen Möglichkeiten machen es mir möglich, immer wieder Neues zu entdecken. Wenn ich nicht in der Natur unterwegs bin, reise ich gerne und sehe mir auch andere schöne Teile der Welt an. Wobei ich immer wieder feststelle: Zu Hause ist es am Schönsten. Vor vielen Jahren hat der Tourismusverband mit dem Slogan „Wer sagt, dass im Paradies Palmen stehen müssen?“ geworben. Und der Spruch gilt heute immer noch. Ich werde mich bemühen, bei meinen Stories auf Tradition und Kulinarik einzugehen und ein paar Hintergrundgeschichten zu erzählen. Viel Spaß dabei!
Land: Austria
Was mag ich: sun, books, travelling
Artikel Kategorie:
Tradition · zillertal-tourdata
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