Mayrhofen Magazin

Fronleichnam – Freier Tag oder gelebte Tradition?

In der Pfarrkirche Mayrhofen wird Fronleichnam gefeiert, bevor die Prozession in Mayrhofen beginnt.

Die Kalenderwoche 23 ist eine Vier-Tage-Woche. Ich hab nichts dagegen einzuwenden, wenn die Woche um einen Arbeitstag kürzer ist. Vor allem dann nicht, wenn ich beim Fenster hinaus schaue und die Berggipfel mir ins Auge stechen. Ich überlege schon was ich an diesem Tag machen werde, als ich auf dem Kalender sehe, dass es sich um Fronleichnam handelt. Doch was verbirgt sich hinter diesem Feiertag und warum brauchen wir an diesem Tag nicht zu arbeiten?

Fest des heiligen Leibes und Blutes

In der katholischen Kirche ist Fronleichnam ein Feiertag und zwar laut Wikipedia das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi. Gefeiert wird die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Es findet immer am 60. Tag nach dem Ostersonntag statt, somit also immer zwischen 21. Mai und 24. Juni.  Dieses Jahr fällt es auf den 4. Juni. Der wichtigste Teil an diesem Tag ist die Heilige Messe mit der anschließenden Prozession.

Festzug mit starkem Glauben

Nach der Heiligen Messe in der Kirche begeben sich die verschiedenen Vereine sowie Fahnenabordnungen und Träger der Statuen vor die Kirche zur Aufstellung. Eine genaue festgelegte Reihenfolge wird eingehalten. Der Pfarrer mit dem Allerheiligsten unter dem „Himmel“ (Stoffbaldachin) stellt das Ende des Festumzuges dar. Alle Anwesenden schließen sich den Gebeten des Vorbeters an und marschieren von der Kirche zum ersten Altar.

Ein Dorf im festlichen Kleid

Der aufgebaute Altar vor dem Hotel Neuhaus stellt traditionell die erste Möglichkeit zur Andacht dar. Die Bundesmusikkapelle Mayrhofen spielt ihre Instrumente, der Kirchenchor trägt ein paar Lieder vor und der Pfarrer betet gemeinsam mit den Dorfbewohnern und segnet den Ort. Nach den Salutschüssen der Schützenkompanie geht der Umzug weiter. Betend schreiten die vielen Gläubigen voran, vorbei am Bahnhof und über die Schmiedwiese und den Ortsteil Laubichl zurück zur Kirche. Bei jedem der vier Stationen bzw. Altäre wird gebetet, gesungen und das Allerheiligste verehrt.

Die Macht der Tracht

An diesem speziellen Feiertag werden die Häuser mit den Tiroler Fahnen geschmückt und Altäre vor den Häusern aufgestellt, an denen die Prozession vorbeikommt. Doch nicht nur der Ort wird auf Hochglanz poliert, auch die Einwohner kleiden sich in Tracht. Mit Stolz wird die Zillertaler Tracht getragen. An diesem Feiertag sieht man die Damen zumeist im sogenannten „Röckl“. Das samtene Oberteil in Kombination mit den farbigen Schürzen ist eine wahre Pracht. Und die Männer präsentieren sich in ihrem „Tuxer“ und tragen mit Stolz den gestickten Ranzen.

Tradition feiern

Nach der Prozession kehren die Vereine in die unterschiedlichen Gasthäuser ein um sich zu stärken und den hohen Feiertag gemütlich ausklingen zu lassen. Das stärkt den Zusammenhalt und die Kameradschaft. Bei manchen hat das schon bis in die späten Abendstunden gedauert.

Stolz auf Glaube und Tradition

Das Schöne an diesem Feiertag? Egal ob Jung oder Alt, alle tragen ihren Glauben und die Tradition mit Stolz. Die Prozession ist Ausdruck für die starke Verbundenheit. Für manche ist es nur ein arbeitsfreier Tag, aber für die Zillertaler ein wichtiger Teil des Kirchenjahres und des Glaubens.

Summary
Event
Fronleichnam - Freier Tag oder gelebte Tradition
Location
Pfarrkirche Mayrhofen, Josef-Riedl Platz,Kirche,Mayrhofen-Hippach
Starting on
06/04/2015
Ending on
06/04/2015
Marion Pepeunig
Gast Autor: Marion Pepeunig
Biographie: DIE WAHRE LEBENSKUNST BESTEHT DARIN, IM ALLTÄGLICHEN DAS WUNDERBARE ZU SEHEN. (Pearl S. Buck) Als gebürtige Zillertalerin liebe ich dieses wundervolle Fleckchen Erde. Die beeindruckenden Berge und vielfältigen Möglichkeiten machen es mir möglich, immer wieder Neues zu entdecken. Wenn ich nicht in der Natur unterwegs bin, reise ich gerne und sehe mir auch andere schöne Teile der Welt an. Wobei ich immer wieder feststelle: Zu Hause ist es am Schönsten. Vor vielen Jahren hat der Tourismusverband mit dem Slogan „Wer sagt, dass im Paradies Palmen stehen müssen?“ geworben. Und der Spruch gilt heute immer noch. Ich werde mich bemühen, bei meinen Stories auf Tradition und Kulinarik einzugehen und ein paar Hintergrundgeschichten zu erzählen. Viel Spaß dabei!
Land: Austria
Was mag ich: sun, books, travelling
Artikel Kategorie:
Sehenswertes · Tradition · zillertal-tourdata
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