Mayrhofen Magazin

Der Brauch der Osterfeuer im Zillertal

Osterfeuer in voller Pracht

In der Osternacht erhellen Feuer den Himmel in der Ferienregion Mayrhofen-Hippach

Das Brauchtum hat in vielen Teilen Tirols und speziell im Zillertal einen hohen Stellenwert. Sogar beim größten Sauwetter, scheut niemand die Kälte. Die Osterfeuer im Tal und am Berg werden entzündet. Dieser Brauch ist in den Osterfeiertagen nicht mehr wegzudenken. Aber warum gibt es Osterfeuer und was steckt dahinter?

Das Holz wird vor dem Regen geschütztWetterfest

„Der April macht was er will“. So auch am Samstag, den 04. April 2015. Der Osterhase wird wohl nicht brav gewesen sein, denn es hat immer wieder geregnet und war bitterkalt. Jemand hat mal gesagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Keine Ahnung von wem dieser Spruch stammt, aber derjenige hatte einen eigenartigen Humor. Dick eingepackt bin ich also durch die Ferienregion Mayrhofen-Hippach gezogen auf der Suche nach den wärmenden Feuerstellen. Ein schönes großes hab ich gefunden. Mit Planen abgedeckt um das Holz zu schützen.

Faszination OsterfeuerDer Brauch der Osterfeuer wird im Zillertal großgeschrieben

Osterfeuer werden in der Osternacht in der Liturgie der Kirche und bei uns im Zillertal aufgrund des Brauchtums entfacht. Die Feuer bestehen meist aus Baum- und Strauchschnitt, einen Christbaum hab ich auch schon darin gesehen. Nach dem Auferstehungsgottesdienst am Karsamstag, werden die Feuer entzündet. Dieser Brauch geht auf die heidnischen Frühlingsfeuer zurück. Mit diesen wurde die Sonne begrüßt, weil sie nach der dunklen Winterzeit wieder länger zu sehen war.

Kein Brauch ohne Einhaltung von Vorschriften

Feuer ist gefährlich, ob Brauchtum oder nicht. Daher wird von der Bezirkshauptmannschaft Schwaz sowie der Umweltabteilung des Landes Tirol, das Abbrennen von Osterfeuern unter folgenden Bedingungen erlaubt:

  • Es dürfen nur biogene Materialien (Materialien pflanzlicher Herkunft, insbesondere Holz, Schilf, Rebholz, Grasschnitt und Laub) in trockenem Zustand verwendet werden;
  • Nicht angezündet werden dürfen Materialien wie Altreifen, Gummi, nicht naturbelassenem (behandelten) Holz, Kunststoffen, Lacken, synthetischen Materialien, Verbundstoffen;
  • Das Abbrennen an anderen Tagen als den gesetzlich anerkannten ist nicht erlaubt (Verordnung des Landeshauptmannes vom 20.2.2011);
  • Es ist insbesondere eine körperlich und geistig geeignete Aufsicht bis zum Ende, d.h. bis zum Erlöschen der Glutnester, sicher zu stellen;
  • Bei Witterungsverhältnissen, die die Ausbreitung eines Waldbrandes begünstigen, ist das Entzünden von Feuer auch in Waldnähe untersagt;
  • Es sind Mittel der ersten Löschhilfe in ausreichender Menge bereit zu halten (Gartenschlauch, Feuerlöscher);
  • Die Verwendung von Brandbeschleunigern ist verboten;
  • Bei starkem Wind, bei großer Trockenheit oder ohne entsprechende Überwachung und Nachkontrolle ist das Abbrennen wegen der damit verbundenen Gefahr jedenfalls zu unterlassen!

Ein schöner Brauch

Zugegeben, auch wenn das Wetter am vergangenen Samstag besser hätte sein können, war der Abend und speziell das Entzünden der Osterfeuer ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam mit Familie und Freunden am offenen Feuer zu stehen, ist etwas Spezielles. Das gesellige Beisammensein lässt die Nässe und Kälte schnell vergessen. Ich bin nächstes Jahr sicher dabei.

Hier noch ein paar Sekunden zum Genießen: Osterfeuer, 04. April 2015

Mein Tipp!
Im Pfarrbrief der Pfarrgemeinden Mayrhofen und Brandberg sind Osterbräuche aus der ganzen Welt aufgelistet.
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Der Brauch der Osterfeuer im Zillertal
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Die Osterfeuer im Tal und am Berg werden entzündet. Dieser Brauch ist in den Osterfeiertagen nicht mehr wegzudenken. Auch im Zillertal hat das Entzünden des Osterfeuers einen hohen Stellenwert.
Author
Marion Pepeunig
Gast Autor: Marion Pepeunig
Biographie: DIE WAHRE LEBENSKUNST BESTEHT DARIN, IM ALLTÄGLICHEN DAS WUNDERBARE ZU SEHEN. (Pearl S. Buck) Als gebürtige Zillertalerin liebe ich dieses wundervolle Fleckchen Erde. Die beeindruckenden Berge und vielfältigen Möglichkeiten machen es mir möglich, immer wieder Neues zu entdecken. Wenn ich nicht in der Natur unterwegs bin, reise ich gerne und sehe mir auch andere schöne Teile der Welt an. Wobei ich immer wieder feststelle: Zu Hause ist es am Schönsten. Vor vielen Jahren hat der Tourismusverband mit dem Slogan „Wer sagt, dass im Paradies Palmen stehen müssen?“ geworben. Und der Spruch gilt heute immer noch. Ich werde mich bemühen, bei meinen Stories auf Tradition und Kulinarik einzugehen und ein paar Hintergrundgeschichten zu erzählen. Viel Spaß dabei!
Land: Austria
Was mag ich: sun, books, travelling
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Tradition · zillertal-tourdata
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